Erste Ergebnisse der SAMS-Studie

Im Rahmen des Stuttgarter Verbundprojekts „Kommunikation mit intelligenter Technik“ (KommmiT) wurde im Herbst 2016 eine umfangreiche Studie zum Alltag und zum Umgang mit Medien älterer Menschen durchgeführt. Auftraggeber der SAMS-Studie (Senioren, Alltag und Medien in Stuttgart) war die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) in Kooperation mit dem Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. Befragt wurden vom Marktforschungsinstitut GfK per Telefon über 1.200 privat wohnende Personen im Alter ab 60 Jahren im Stadtgebiet Stuttgart.

 

Im Zentrum der Studie stand die Frage, wie sehr mittlerweile ältere Menschen in Stuttgart in der „digitalen Welt“ unterwegs sind, z.B. wie sehr sie das Internet oder mobile Medien wie Smartphones oder Tablet-PCs nutzen.

 

"Digitales Altern"

 

Tatsächlich ist das sogenannte „digitale Altern“ in der Landeshauptstadt schon relativ weit fortgeschritten. Zwei Drittel der Personen ab 60 Jahren nutzen das Internet. Das ist deutlich mehr als auf Deutschland bezogen, wo es 2016 laut der ARD/ZDF-Studie 57% Onliner ab 60 Jahren gab. Dieser erhöhte Wert resultiert zum Teil auf der besseren technischen Infrastruktur in Großstädten, zum Teil aber auch darauf, dass in der Studie überhäufig viele Personen mit höherer Schulbildung teilgenommen haben. So hat jeder zweite Studienteilnehmer Abitur oder eine Fachhochschulreife. Und speziell im Alter spielt der Bildungsstatus eine wichtige Rolle für den Umgang mit neuen Technologien. So gehören 80% der Personen ab 60 Jahren mit hoher Schulbildung zu den Onliner, jedoch nur 40% dieser Altersgruppe mit niedriger Schulbildung. Von den hochaltrigen Personen (ab 80 Jahren) nutzt immerhin ein Drittel das Internet. Auch nutzen ältere Menschen weit mehr das Internet als Frauen: 78% der Männer und 59% der Frauen.

 

Computer und Laptops werden von jedem zweiten ab 60 Jahren genutzt, Smartphones von 39% und Tablet-PCs von 26%. Innerhalb des Nutzerkreises gehören diese modernen Geräte zum festen Bestandteil des Alltags. So nutzen 80% der Onliner das Internet fast täglich, das Smartphone wird von 88% fast täglich genutzt, das Tablet-PC von 73% fast täglich.

 

Bestandteil des Lebensalltags

 

Wie sehr das Internet mittlerweile auch inhaltlich im Lebensalltag eine zunehmend wichtige Rolle spielt, offenbart die Frage, wie sich ältere Menschen zu bestimmten Themen informieren. Sucht man z.B. „Informationen, zu einem bestimmten Problem, dass einem gerade bedeutsam ist“, so geben 46% der Befragten an, dass das Internet die wichtigste Informationsquelle sei. Noch deutlicher sieht es unter den Onlinern aus: Hier benennen 64% das Internet an erster Stelle. Für Nichtnutzer des Internets (Offliner) stellen mit 48% analoge Quellen wie Freunde, Bekannte und Familie die wichtigste Informationsquelle dar- bei den Onliner sind es nur 17%.

 

Diese ersten Befunde demonstrieren zum einen, dass große Teile der älteren Bevölkerung mittlerweile in der digitalen Welt angekommen sind und moderne Informations- und Kommunikationstechnologien wie Internet, Smartphone und Tablet-PC zum Lebensalltag gehören. Zum anderen zeigt die Studie auf, dass innerhalb dieser Altersgruppe große Unterschiede nach Alter, Bildung und Geschlecht gibt, was den Grad und das Ausmaß dieses Übergangs von der analogen zur digitalen Welt anbetrifft.